Kleider im Vintage-Style – warum die nostalgischen Kleider so beliebt sind

Seit einigen Jahren sind sie aus Brautmodegeschäften nicht mehr wegzudenken – Kleider im Vintage-Style boomen wie noch nie. Was aber genau macht ein Vintage-Kleid überhaupt aus?

Vintage leitet sich ab aus dem Englischen. Es kommt aus der Weinsprache und bezeichnet einen “Jahrgang”, gemeint ist ein besonders guter Jahrgang eines erlesenen Weines. Übertragen auf die Mode könnte man nun sagen, dass Vintage die Herzstücke aus den vergangenen Jahrzenten aufgreift. Dabei müssen die Brautkleider nicht unbedingt eins zu eins aus der damaligen Zeit kopiert sein. Auf jeden Fall aber sind sie angelehnt an die Mode und den Stil des jeweiligen Jahrzehnts.

Damit können die goldenen Zwanziger gemeint sein mit eleganten Silhouetten, edlen Applikationen und lässigen Fransen. Knielange, ausgestellte A-Linien im Rockabilly-Stil zeichnen die Kleider der Fünfzigerjahre aus. Noch etwas kürzer und gerne mit Bubikragen wurden die Kleider zehn Jahre später getragen. In den Siebzigern war der Hippie-Look angesagt, verspielt, geblümt und etwas verrückt. Der Vintage-Style in der Brautmode ist also breit gefächert und vielleicht gerade deshalb so populär. Wer nicht das klassische Prinzessinnenkleid tragen möchte oder sich in der pompösen A-Linie unwohl fühlt, findet unter den Vintage-Kleidern eine große Auswahl an Alternativen.

Eins aber haben alle Vintage-Kleider gemeinsam. Vintage steht für fließende Materialien und leichte Stoffe. Das Vintagekleid umspielt gekonnt die Silhouette seiner Trägerin. Niemals sind diese Kleider steif, Reifröcke oder mehrlagige Unterröcke gibt es nicht. Oft geht Vintage mit viel Spitze einher, was die Kleider zum einen zu kleinen Kunstwerken, zum anderen aber auch sehr teuer macht. Handgearbeitete Spitze zählt zu den kostspieligsten Materialien in der Brautkleiderherstellung. Dabei kann die Spitze an kurzen oder langen Ärmeln, am Dekolleté oder auch an aufwendigen Rückenausschnitten verarbeitet sein. Vor allem florale Applikationen spielen auf den Look der Siebziger an.

Unter den Kleidern im Vintage-Style findet man selten ein rein weißes Modell. Angesagt sind gebrochene Weiß-Töne, gerne darf es auch ein zartes rosé, nude oder cappuccino sein.

Natürlich dürfen die passenden Accessoires nicht fehlen. Eine Spitzenstola bedeckt elegant die Schultern, ein geflochtener Bindegürtel sorgt für ein farbiges Highlight. Als Haarschmuck dient ein Blumenkranz, auch ein kleiner Schleier mit viel Spitze passt zum Vintage-Look.

Häufig ist nicht nur das Kleid nostalgisch angehaucht, sondern die ganze Feier wird im Stil der vergangenen Jahrzehnte aufgezogen. Die herrlich leichten Kleider passen perfekt zu einer Hochzeit am Strand oder im Freien auf einer schönen Blumenwiese. Viele Bräute verzichten auf Schuhe, dem Stil treu bleibend treten sie barfuß vor den Altar. Vintage-Kleider werden auch gerne zum Standesamt getragen. Zur kirchlichen Hochzeit mögen es manche Bräute pompös, trotzdem soll es bei der standesamtlichen Trauung ein ganz besonderes Kleid sein. Dann ist der zart-romantische Vintage-Style die richtige Wahl, denn die Kleider haben das gewisse Extra.